Erfahrungen von Patient:innen

Stationär behandeln wir ungefähr 300 Patient:innen pro Jahr auf unseren Schmerzstationen. Ambulant stellen sich über 1.500 Patient:innen bei uns vor. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stammen aus ganz Deutschland. Und jede und jeder hat dabei eine ganz individuelle Geschichte, warum er oder sie zu uns kommt. Einige von ihnen haben wir gebeten, ihre Geschichte aufzuschreiben. Mädchen mit Bauchschmerzen, Jungen mit Rückenschmerzen, junge Erwachsene mit Ganzkörperschmerzen: die Geschichten sind so individuell wie die Personen selbst. Doch eines eint sie: sie alle haben bei uns gelernt, wie sie ihren Schmerzen begegnen können. Lies doch mal rein!

Patient:innen-Geschichten

Kopf

„Jetzt habe ich wesentlich seltener Kopfschmerzen.“

Ich heiße Vincent und bin 11 Jahre alt. Im Zeitraum von April 2012 bis Mai 2012 war ich Patient in der Klinik in Datteln, weil ich an chronischen Kopfschmerzen litt. Zunächst lag ich im örtlichen Krankenhaus. Dort haben wir auf Borreliose getestet und eine Liquorpunktion durchführen lassen. Als dies nichts ergeben hat, haben wir ein Schädel-MRT zum Ausschluss eines Hirntumors machen lassen. Als dies wiederum nichts ergeben hat, haben wir noch eine Seh- und Hörprüfung und ein EEG durchgeführt. Zum Schluss haben wir es noch mit verschiedenen Schmerzmitteln probiert.

Als dies keine Wirkung erzielte, haben wir im Anschluss zu Hause auch noch neue orthopädische Einlagen für die Schuhe besorgt. Auch Osteopathie, Homöopathie und Physiotherapie erzielten keine spürbare Wirkung. Ich hatte das Gefühl, dass alle meine Beschwerden ernst genommen haben, aber etwas hilflos waren. Deswegen haben wir auf Empfehlung meines Kinderarztes eine Therapie im Kinderschmerzzentrum gemacht.

Gut geholfen haben mir die Ablenkungstherapien, die Ausflüge und die neuen Freunde, die ich dort gefunden habe. Gefallen haben mir die Dienste und das leckere Essen. Die Ablenkungstherapie sowie die Disziplin, die ich erlernt habe, haben mir dann zu Hause sehr geholfen. Jetzt habe ich wesentlich seltener Kopfschmerzen. In der Schule bin ich besser geworden und schreibe bessere Noten.

„Die Schmerztherapie hat mir sehr geholfen, und Kindern, denen es ähnlich geht wie mir, kann ich nur empfehlen dasselbe zu tun.“

Hallo, ich heiße Lea und bin 12 Jahre alt. Meine Kopfschmerzen haben im Februar 2010 angefangen. Seitdem waren sie dauernd da und nie weg. Ich bin morgens mit Kopfschmerzen aufgewacht und abends wieder mit ihnen eingeschlafen. Anfangs waren die Schmerzen noch nicht so stark und ich dachte, sie würden irgendwann weggehen, aber sie blieben. Trotzdem versuchte ich, meinen normalen Alltag beizubehalten. Ich denke, nur durch meine vielen Hobbies konnte ich die Schmerzen ertragen.

An meinen Schulnoten änderte sich nichts, deshalb glaubten mir viele nicht, wie stark meine Schmerzen waren, weder die Lehrer noch meine Freunde. Je schlimmer die Schmerzen wurden, desto mehr Ärzte und Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtungen suchte ich auf. Ich glaube, dass meine Eltern und die Ärzte mir helfen wollten, doch sie wussten nicht wie. Irgendwann wussten wir nicht mehr weiter. Wir hatten alles Mögliche ausprobiert, und ich versuchte einfach, so gut es ging, nicht mehr auf die Schmerzen zu achten. Doch mit der Zeit wurde es immer unerträglicher. Mir ging es schlecht, wenn ich von der Schule kam und ich hatte auf so ziemlich nichts mehr Lust.

Irgendwann hörten wir im Radio einen Bericht über das Kinderschmerzzentrum in Datteln. Natürlich war sofort klar, dass wir es wenigstens versuchen wollten. Ich war sehr froh, dass ich dort im Herbst letzten Jahres stationär aufgenommen wurde und hoffte, dass die unerträglichen Kopfschmerzen nun endlich besser werden würden.

Die Zeit in Datteln war sehr schön und ich bereue es nicht, diesen Schritt gegangen zu sein. Die Leute waren alle total nett, sowohl die Betreuer und Therapeuten als auch die anderen Patienten. Wir hatten viel Spaß zusammen. Schon alleine durch die viele Ablenkung dort wurden meine Kopfschmerzen weniger. Man war die ganze Zeit beschäftigt und hatte gar keine Zeit darauf zu achten. Durch die dort gelernten Ablenkungstechniken und Entspannungstherapien habe ich meine Kopfschmerzen in den Griff bekommen, und es geht mir nun viel besser. Die Schmerzen sind zwar immer noch durchgehend da, aber deutlich schwächer.

Ab und zu gibt es noch so etwas wie einen Rückfall, meistens an Tagen, an denen mir sehr langweilig ist. Die Kopfschmerzen sind dann wieder so stark wie vor der Therapie und ich habe Angst, ins Bett zu gehen und morgens wieder mit den starken Schmerzen aufzuwachen, so wie früher, doch das passiert zum Glück nicht.

Ich bin sehr froh, die Schmerztherapie gemacht zu haben, und ich weiß nicht, wer ich jetzt wäre, wenn ich sie nicht gemacht hätte. Auch die Erfahrung, dass es andere Kinder gibt, denen es genauso geht, hat mir schon sehr geholfen. Sie hatten dasselbe Problem und wussten wie es war, mit ständigen Schmerzen leben zu müssen.

Einen großen DANK an alle, die mir dabei geholfen haben, dass es mir nun wieder deutlich besser geht!!! Ich denke, ich bin wieder fröhlicher geworden und weniger verschlossen. Also kurz gesagt: Die Schmerztherapie hat mir sehr geholfen, und Kindern, denen es ähnlich geht wie mir, kann ich nur empfehlen dasselbe zu tun.

„Die Zeit in der Schmerzklinik war eigentlich einfach nur schön. Ich wurde ernst genommen, man hat mir geglaubt. Alle waren nett. Ärzte, Psychologen, Betreuer. Auch die anderen Kinder. Ich war nicht mehr alleine mit meinen Schmerzen. In der Schmerzklinik habe ich gelernt, wie ich mit den Kopfschmerzen umgehe, um sie dann irgendwann loszuwerden.“

Mein Name ist Carolin und ich bin 14 Jahre alt. Ende 2010 fingen meine Kopfschmerzen an. Einfach so. Im Sportunterricht Wir sind Seilchen gesprungen und da waren sie auf einmal da. Kopfschmerzen! Auf einer Skala von 1-10 lagen sie bei 9-9,5. Immer. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 30 Tage im Monat. Nichts half. Kein einziges Schmerzmittel zeigte Wirkung… und ich hatte viele. Dann fingen die Arztbesuche an.

Nichts. Ich war gesund, sagten die Ärzte.

Und dann wurde meiner Mutter gesagt, sie solle sich mal zurücknehmen und abwarten. Sie hätten ja jetzt alles getan und ich sei ja gesund. Mir wurde unterstellt, ich bilde mir alles nur ein oder wollte etwas damit erreichen. Wenn ich sage, ich habe Kopfschmerzen. Man hat mir nicht geglaubt.

Einer der vielen Ärzte, bei denen wir waren, gab uns den Tipp mit der Schmerzklinik. Wir bekamen einen Termin und ich wurde dann für 3 Wochen stationär aufgenommen. Diagnose Schmerzstörung. Die Zeit in der Schmerzklinik war eigentlich einfach nur schön. Ich wurde ernst genommen, man hat mir geglaubt. Alle waren nett. Ärzte, Psychologen, Betreuer. Auch die anderen Kinder. Ich war nicht mehr alleine mit meinen Schmerzen. In der Schmerzklinik habe ich gelernt, wie ich mit den Kopfschmerzen umgehe, um sie dann irgendwann loszuwerden. Mir wurden Übungen gesagt und gezeigt, die mir dabei geholfen haben, dass die Schmerzen nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Sie sind immer unwichtiger geworden und haben nicht mehr mein Leben bestimmt. Auch die gemeinsamen Aktivitäten mit den anderen Kindern haben sehr geholfen.

Auch zuhause habe ich noch lange Zeit meine Übungen beibehalten. Die wichtigste Übung für mich war immer „der stille Ort“, an den ich mich in Gedanken zurückgezogen habe, oft auch mit Hilfe von Musik. Aber auch viele andere Arten der Ablenkung haben mir immer geholfen. Und mit der Zeit wurden die Kopfschmerzen immer weniger, bis sie dann ganz weg waren.

Mein Leben ist heute völlig normal. Ich gehe zur Schule (8. Klasse), treffe Freunde und habe vor einem halben Jahr angefangen HipHop zu tanzen. Das ist genau mein Ding.

„Ich habe kaum mehr Kopfschmerzen und wenn ich mal morgens mit Kopfschmerzen aufwache, wende ich die mir beigebrachten Übungen an…“

Ich bin 14 Jahre alt und vor drei Jahren fing es bei mir mit heftigen Kopfschmerzen, die sich meistens im Stirnbereich abspielten, an. Ich hatte so oft Schmerzen, dass ich immer einige Tage in der Woche nicht in die Schule konnte und somit sehr viel in der Schule verpasste. Ich habe dann immer Tabletten genommen und bin auch manchmal zum Arzt gegangen. Aber die konnten mir auch nicht sonderlich weiterhelfen und meine Freunde und Familie fanden es echt schade, dass ich manchmal nicht aus dem Bett konnte und keinen Spaß mit ihnen haben konnte.

Irgendwann kam dann jemand mit der Idee, dass ich nach Datteln in die Klinik gehen könnte. Ich hatte am Anfang überhaupt keine Lust, weil ich total Angst davor hatte, solange von zu Hause weg zu sein, aber der Wille, die Schmerzen zu reduzieren, war größer.

Die Zeit in der Klinik war wunderschön und ich habe einige neue Freunde kennen gelernt.

In der Zeit nach der Schmerztherapie fiel es mir am Anfang noch schwer mit den Übungen, die mir während der Schmerztherapie beigebracht wurden, aber mittlerweile klappen sie richtig gut und ich habe meine Schmerzen relativ gut im Griff.

Ich habe kaum mehr Kopfschmerzen und wenn ich mal morgens mit Kopfschmerzen aufwache, wende ich die mir beigebrachten Übungen an und verpasse vielleicht die erste Stunde der Schule und nicht den ganzen Tag.

„Die Zeit in Datteln war sehr hilfreich, ich konnte viele Erfahrungen sammeln in Bezug auf Mitpatienten. Ich fühlte mich sehr geborgen, wurde nicht ausgelacht und wurde ernst genommen.“

Mein Name ist Benjamin und ich bin 15 Jahre alt. Meine Schmerzen waren immer am Kopf, besonders an beiden Schläfen und der Stirn. Daraufhin habe ich folgendes ausprobiert:

  • Kalte Dusche am Morgen
  • Entspannungsübungen nach Jacobsen
  • Musik gehört und im Bett gelegen
  • Verschiedene gymnastische Übungen

Behandlung von Fachärzten für:

  • Orthopädie,
  • Sportmedizin,
  • Manuelle Medizin,
  • Osteopathie,
  • Behandlung vom Heilpraktiker (Atlas Korrektur),
  • Manualtherapeutische Behandlung in Kombination mit Osteopathie,
  • Cranio Sacral Therapie nach Upledger,
  • Akupunktur, Aufenthalt in der Neuropädiatrie (darunter psychologische Behandlung),
  • Kopfschmerzkalender geführt

Verschiedene Medikamente:

  • Acetylsalicylsäure, Metamizol bis 50 Tropfen!
  • Tramadol, Katadolon, lbuprofen 600mg
  • Topiramat, Esomeprazol, Paracetamol, Tolperison, Sumatriptan Spray, Zolmitriptan, Pethidin, Paracetamol & Codein

Reaktionen in der Familie:

  • Verständnis, Mitleid, Ärger

Reaktionen der Freunde:

  • Verständnis, Aufmunterung

Reaktionen der Ärzte:

  • Ahnungslosigkeit, nicht zugehört, Überweisungen an verschiedene Fachärzte
  • Medikamente ohne Ende ausprobiert
  • ständiger Hinweis auf Übergewicht: SPORT!!

Reaktionen der Schule:

  • große Anteilnahme, Verständnis, gute Ratschläge

Die Zeit in Datteln war sehr hilfreich, ich konnte viele Erfahrungen sammeln in Bezug auf Mitpatienten. Ich fühlte mich sehr geborgen, wurde nicht ausgelacht und wurde ernst genommen. Die Schmerzen habe ich schlicht durch das Ablenkungs- ABC in den Griff bekommen! Die Gespräche mit den Schmerztherapeuten und Psychologen sowie TENS haben geholfen. Das Kopfweh habe ich nun unter Kontrolle, d.h. ich habe gelernt damit umzugehen. Durch Freude am Sport konnte ich 10kg an Gewicht abbauen. Zur Entspannung hat das TENS gute Dienste geleistet, welches ich ca. 1 Jahr nach dem Klinikaufenthalt noch benutzt habe. Ich bin nun belastungsfähiger und kann auch mit Kopfschmerzen in die Schule gehen bzw. alle Anforderungen erfüllen, die auf mich zukommen.

 “Inzwischen spielen die Schmerzen gar keine Rolle mehr in meinem Leben und ich habe sie völlig vergessen. Letztendlich bin ich froh, dass ich damals trotz meiner Ängste in die Klinik gegangen bin, denn sonst könnte ich nicht leben, wie ich es jetzt tue.”

Ich bin inzwischen 16 Jahre alt und war im März 2012 für drei Wochen in der Klinik. Ich hatte so gut wie jeden Tag starke Kopfschmerzen und Schwindel. Zuerst wurde mir gesagt, dass ich Migräne hätte, doch das konnte nicht sein, da die Medikamente nicht halfen. Daraufhin war ich bei vielen Ärzten. Doch keiner von denen konnte etwas feststellen.

Meine Eltern wussten keinen Rat mehr, da ich nur noch selten zur Schule gehen konnte. Zeit für Freunde hatte ich nur noch wenig, und auch normale Dinge wie Sport machen oder Fernsehen tat ich nicht mehr. Doch dann bekam ich den Tipp einer Ärztin, dass es sich vielleicht auch um eine psychosomatische Erkrankung handeln könnte. Sie schlug mir vor, ein Beratungsgespräch in der Kinderklinik Datteln zu vereinbaren.

In der Klinik wurde ich nett aufgenommen und es tat gut zu wissen, dass es viele Kinder mit ähnlichen Problemen gibt. Dort fand ich schnell Freunde und so vergingen die drei Wochen schneller als gedacht. Ich habe dort verschiedene Techniken oder Entspannungsmöglichkeiten kennen gelernt, welche ich später zuhause auch angewendet habe. Anfangs hab ich mithilfe dieser Techniken meine Schmerzen gut in den Griff bekommen, doch dann wurde es auf einmal wieder schlimmer und ich ging erneut nicht in die Schule. Glücklicherweise stand kurz darauf mein Wiedervorstellungstermin in der Klinik an.

Frau Hartmann (Psychotherapeutin im Kinderschmerzzentrum) hat mir ordentlich ins Gewissen geredet, was auch nötig war, denn ich sollte trotz der Schmerzen in die Schule. So bekam ich noch mal die Kurve, denn alleine hätte ich das nicht geschafft. So ging ich wieder jeden Tag in die Schule, auch wenn ich Schmerzen hatte. Doch diese wurden immer weniger. Ich dachte auch nicht mehr so häufig daran und hatte wieder Spaß.

Heute geht es mir wieder richtig gut, ich hab freiwillig das Schuljahr wiederholt und die Schule gewechselt, um einen Neuanfang zu starten. Inzwischen spielen die Schmerzen gar keine Rolle mehr in meinem Leben und ich habe sie völlig vergessen. Letztendlich bin ich froh, dass ich damals trotz meiner Ängste in die Klinik gegangen bin, denn sonst könnte ich nicht leben, wie ich es jetzt tue.

Bauch

„Ich gehe in den Sport- und Musikverein und bin gut in der Schule.“

Mein Name ist Aileen und ich bin 10 Jahre alt. Seit meiner Geburt habe ich Probleme mit meiner Blase und den Harnwegen. Meine Eltern waren bei ganz vielen Ärzten, aber keiner hat wirklich was gefunden. Es gibt für meine Krankheit noch keinen Namen. Es wurden viele Sachen untersucht, aber es hat nichts geholfen, auch keine Schmerzmittel oder Antibiotika. Meine Eltern haben mich viel rumgetragen und waren (wie die anderen) ziemlich ratlos und verzweifelt. In der Schule waren meine Mitschüler sehr erschrocken, weil ich viel weinte vor Bauchschmerzen. Jeder fragt mich warum ich so oft auf Toilette muss. Das ist überall so. Das nervt ziemlich.

Mein Kinderarzt schickte mich nach Datteln. Als erstes war die Zeit ganz furchtbar. Alles war neu für mich, doch nach einer Weile habe ich viel gelernt und ich wusste, wie ich mit meinen Schmerzen umzugehen habe. Viele Sachen konnte ich zuhause auch noch weiterführen wie zum Beispiel Ablenkungen.
Aber nach einer Weile hatte ich wieder mehr Schmerzen, sodass ich noch zweimal nach Datteln musste. Die Therapeuten haben mir sehr viel gezeigt, was mir heute noch hilft. Trotz meiner vielen Schmerzen und dem oft aufs Klo gehen, habe ich Freunde gefunden, die mich und meine Krankheit akzeptieren, ich gehe in den Sport- und Musikverein und bin gut in der Schule.

„Die Zeit in Datteln hat mir nur gezeigt, dass ich mir nichts eingebildet habe. Ich bin meine Schmerzen nach und nach losgeworden.“

Ich hatte um die 1½ Jahre Bauchschmerzen und hab es mit Osteopathie, Heilpraktikerin, einer Ernährungsumstellung und mit Ultraschall versucht.

Besser ging es mir vor allem nach einem Besuch bei der Osteopathin, weil ich vor allem im Sitzen Schmerzen hatte. Da man nie eine Krankheit gefunden hat, konnten die Ärzte nie sagen, woher meine Schmerzen kamen. Meine Familie und meine Freunde haben mir geholfen. Da ich in der Schule sehr oft fehlte, war das schon komisch, aber jetzt, wo alles weg ist, werde ich in der Schule nicht gemobbt oder so.

Die Zeit in Datteln hat mir nur gezeigt, dass ich mir nichts eingebildet habe. Ich bin meine Schmerzen nach und nach losgeworden, indem ich

  • jeden Tag zur Schule bin,
  • therapeutisches Reiten begonnen habe (das war für mich am besten, weil ich so ohne Schmerzen gesessen habe) und
  • mit dem Malen an einer Kunstschule angefangen habe.

Das Reiten und die Schule haben mir sehr geholfen. Vor allem habe ich erreicht, dass ich es alleine schaffen kann, wenn ich mich nur ablenke.

Viel Glück!

„Ich habe gelernt, dass ich weitermachen muss und nicht aufgeben darf.“

Ich bin 14 Jahre alt und habe Bauchschmerzen. Vor 4 Jahren habe ich sie bekommen. Der Kinderarzt vermutete einen Magen-Darm-Infekt, doch die Schmerzen blieben. Ich habe versucht, den Schmerz zu ignorieren, ohne wesentlichen Erfolg, deshalb wurden Tests gemacht und meine Eltern brachten mich ins Krankenhaus, um mir den Magen spiegeln zu lassen. Mit dem Magen war aber alles in Ordnung.

Dann haben wir es darauf beruhen lassen und langsam ging es mir besser. Nach zwei Jahren aber fing es wieder an und diesmal kamen Schwindelanfälle dazu. Deshalb konnte ich oft nicht zur Schule gehen. Die Lehrer waren besorgt. Meine Mutter fuhr mich oft zur Schule, aber manchmal musste ich wieder mit ihr zurückfahren. Im Krankenhaus wurde mein Herz untersucht, danach musste ich zum HNO-Arzt wegen des Schwindels. Mein Innenohr war aber auch in Ordnung. Wir waren noch wegen Rückenschmerzen beim Orthopäden, der mir Krankengymnastik verschrieb. Die Bauchschmerzen blieben aber.

Dann haben mich meine Eltern nach Datteln geschickt. Dort war es ganz schön und man hat mir ein paar Tricks gegen den Schmerz beigebracht. Als ich dann wieder nach Hause gekommen bin, hatte ich den Schmerz besser unter Kontrolle, indem ich versucht habe, ihn zu ignorieren und mich mit 54321 abzulenken. Ich konnte die Schmerzen bis vor kurzem bei 0.5 bis 2 halten (auf einer Skala von 1-10).

Seitdem geht es mir eigentlich wieder gut und ich versuche, mich einfach durch den Alltag zu schlagen. Vor vier Wochen bekam ich wieder stärkere Bauchschmerzen, dazu kamen mehrere Anfälle von Hyperventilation, vor allem in der Straßenbahn. Ich wurde wieder vom Arzt durchgecheckt (alles in Ordnung). Der Kinderarzt überwies mich aber sofort zu einem Spezialisten, der sich mit Angststörungen auskennt. Ich bin noch in Behandlung und vor allem nach mehreren schulfreien Tagen ist es wieder schlimmer. Manchmal hilft es, wenn meine Schwester oder meine Mutter mit mir in der Bahn fahren. Sie helfen mir durchzuhalten.

Ich habe gelernt, dass ich weitermachen muss und nicht aufgeben darf.

„Ich bin froh, dass ich auf die Therapie in Datteln eingegangen bin! Meine Schmerzen sind seither seltener und die Stärke hat sich vermindert. Jedes Mal, wenn ich Bauchschmerzen habe, werde ich besser, den Schmerz zu beeinflussen. Also würde ich es jedem empfehlen, den Schritt zu gehen! Es lohnt sich, das garantiere ich Euch!“

Hauptschmerzort: Nur der Bauch (um den Bauchnabel).

Ich war bei Heilpraktikern, in Krankenhäusern etc… Nichts hat geholfen! Seit ca. 5 Jahren habe ich diese Bauchschmerzen. Über diesen Zeitraum hat man natürlich schon viele Sachen ausprobiert und viel spekuliert. Doch man hatte eines festgestellt: „Es war nicht organisch“. Natürlich war ich froh, dass mir körperlich nichts fehlt, jedoch war das eigentliche Problem nicht behoben.

Meine Familie hat keine Sekunde daran gezweifelt, dass ich die Schmerzen gar nicht haben könnte, nur weil nichts festgestellt wurde. Meine Familie hat mich IMMER unterstützt! Jedoch kann ich mich an die Anfänge der Bauchschmerzen gar nicht mehr erinnern… Meine Freunde können mit der Situation gut umgehen. Da ich den Bauchschmerz nicht dauerhaft habe, bekommen sie es auch nicht ständig mit. Doch sie wissen, wie schlecht ich mich gefühlt habe/fühle und akzeptieren, wenn mich die Bauchschmerzen hindern. Viele Ärzte waren ratlos und haben immer gesagt: „Du musst damit leben“, da man mit Schulmedizin nichts herausgefunden hat. Doch für mich war klar, dass ich so nicht leben wollte und das ging auch nicht! In der Schule haben Lehrer manchmal hilfsbereit aber/und sonst verständnisvoll reagiert und mich krankgeschrieben, wenn es mir nicht mehr gut ging (war auch nicht sehr oft).

Für mich persönlich war die Zeit in Datteln anfangs nicht so leicht. Man hat sich so verlassen und alleine gefühlt. Doch auch, wenn ich es selber nicht geglaubt hätte, findet man ganz schnell Freunde und lernt nette Leute kennen. Auch die offenen und netten Schwestern erleichtern einem die Eingewöhnungszeit. Die Psychologen sind super nett und nach einer Woche verfliegt die Zeit wie im Flug. Es ist gar nicht „Krankenhauslike“, was einem die Situation erleichtert.

Die ganzen Therapien konnte ich nach der Zeit in Datteln super auf meinen Alltag anwenden, da der Alltag in Datteln ähnlich gestaltet war. Meiner Familie und vor allem meiner Meinung nach sind die Bauchschmerzen um 60 – 70 % besser geworden. Jedes Mal, wenn ich Bauchschmerzen habe, versuche ich die Ablenkungstechniken anzuwenden. Und wie merkwürdig es am Anfang auch klingen mag – ich vergewissere Euch, es hilft!!!

Da ich sonst bei meinen Bauchschmerzattacken immer sehr nervös und aufgebracht war, haben mir die Techniken echt geholfen, runter zu kommen und mich trotz der Schmerzen zu entspannen. Wenn ich jetzt manchmal Schmerzen habe, setze ich mich hin, konzentriere mich und die Bauchschmerzen gehen von Mal zu Mal schneller weg und sind nicht mehr so stark.

Ich finde, dass mir die Gespräche mit den Psychologen wirklich geholfen haben. Sie haben mir erklärt, wie mein Körper überhaupt auf Schmerzen reagiert und haben mir mit Hilfe von Biofeedback gezeigt, wie sehr ich meine Schmerzen bestimmen kann. Ich bin froh, dass ich auf die Therapie in Datteln eingegangen bin! Meine Schmerzen sind seither seltener und die Stärke hat sich vermindert. Jedes Mal, wenn ich Bauchschmerzen habe, werde ich besser, den Schmerz zu beeinflussen. Also würde ich es jedem empfehlen, den Schritt zu gehen! Es lohnt sich, das garantiere ich Euch! Ich verspreche, dass alle meine Freunde aus der Klinik dieselbe Meinung vertreten.

Gute Besserung an alle!

„Ich bin sehr froh, dass ich schmerzfrei bin.“

Ich hatte hauptsächlich Bauchschmerzen, aber so stark, dass ich täglich große Dosen Metamizol brauchte und selbst die haben nur ein bisschen geholfen. Ausprobiert hatten wir alles: Gymnastik, Massage, warme Wickel, Sport, verschiedene Schmerzmittel, Bioresonanztherapie, Homöopathie. Die Familie war verzweifelt und erschöpft, insbesondere weil ich oft nachts Schmerzen hatte und dann die anderen weckte. Mit Freunden hatte ich nicht mehr so viel Kontakt, obwohl die sehr verständnisvoll waren. Ich war halt manchmal einfach nicht fit genug.

Den Ärzten fiel nicht viel ein, in der Schule hatte ich im Schnitt 80 Fehltage pro Halbjahr. Trotzdem habe ich die mittlere Reife, also die Versetzung in die 11. Klasse des Gymnasiums geschafft. Dann habe ich allerdings die Schule verlassen und erstmal Bundesfreiwilligendienst in der Rheinhessen Fachklinik gemacht. Das läuft noch bis Ende Juli. Es macht mir auch Spaß und ich verdiene etwas Geld.

Die Zeit in Datteln war gut, obwohl ich die erste Behandlung durch meinen schlechten Allgemeinzustand abbrechen musste und in der zweiten stationären Phase zur Dialyse nach Münster musste (wegen der biologischen Grunderkrankung). Schon während der stationären Behandlung wurden die Schmerzen besser. Heute sind meine Schmerzen ganz weg. Ich brauche nur alle paar Monate mal Schmerzmittel wegen Kopfschmerzen oder so. Mein Psychotherapeut Herr Dobe hatte mir ja sehr konkret einen Psychotherapeuten mit EMDR (Traumatherapie) empfohlen. Den haben wir auch gefunden. Dort war ich noch eine Zeit lang und bin ich heute wieder. Diesmal nicht wegen Schmerzen. Er tut mir einfach gut, auch bei anderen Problemen. Eine Zeitlang habe ich es abgelehnt, dorthin zu gehen, aber mittlerweile empfinde ich es als große Unterstützung.

Ich denke, geholfen hat mir beides: der stationäre Aufenthalt in Datteln und die nachfolgende psychotherapeutische ambulante Behandlung bei Herrn G.. Er macht übrigens nicht nur EMDR mit mir, sondern auch Hypnotherapie. Ich bin jetzt volljährig, habe den Realschulabschluss und gehe ab August auf die weiterführende Fachoberschule Gesundheit, die zum Fachabi führen soll. Dort bin ich auch schon angenommen und ein Praktikum in der Rheinhessen Fachklinik habe ich auch bekommen, wo ich jetzt schon im BuFDi-Dienst bin.

Ich denke, es hat mir auch sehr gut getan, mal aus der Schule weg zu sein und etwas Praktisches zu machen. Außerdem werde ich dort auch wirklich gebraucht. Das merkt man besonders, wenn ein oder zwei andere krank sind. Dann muss ich mich wirklich sputen, um alles zu erledigen. Meine Kollegen und Chefs sind sehr nett und verständnisvoll. Mit einem Kollegen gehe ich sogar am Wochenende skaten. Die Seminare im BufDi- Dienst sind toll.

Leider musste ich letzte Woche wieder an die Dialyse, nachdem die zweite Niere nur zweieinhalb Jahre gehalten hat. Mein Führerschein dauert noch, weil ich nicht wirklich für die Theorie lerne, aber insgesamt ist seit damals doch vieles besser geworden. Ich bin sehr froh, dass ich schmerzfrei bin.

„Die Zeit in Datteln hat mir unglaublich viel gebracht und mir weitergeholfen. Alle Menschen um mich herum haben sich um mich gekümmert und sich für meine Schmerzen und Probleme interessiert.“

Der Grund, weswegen ich behandelt werden musste, waren meine Bauchschmerzen. Jeden Tag, vor der Schule, in der Schule usw., hatte ich diese Schmerzen. Ich habe immer wieder versucht, mich einfach nur abzulenken, habe die Probleme in mich hineingefressen, was falsch war.

Ein Arzt konnte mir bei diesen Schmerzen eher weniger helfen. Meine Familie war ziemlich besorgt um mich und hat immer wieder versucht, mir zu helfen. Sie haben alles versucht, damit es mir wieder besser geht. Meine Freunde konnten mich in dieser Zeit nicht unterstützen, was mich noch trauriger machte. Anstatt mir zu helfen, wurde ich nur fertiggemacht und habe mich nicht mehr in die Schule getraut. Meine Bauchschmerzen wurden dadurch immer schlimmer. Ich bin vor den Problemen einfach weggelaufen, was man auf keinen Fall machen sollte!

Die Zeit in Datteln hat mir unglaublich viel gebracht und mir weitergeholfen. Alle Menschen um mich herum haben sich um mich gekümmert und sich für meine Schmerzen und Probleme interessiert. Dadurch, dass andere Kinder/Jugendliche auch Schmerzen hatten, konnte man sich mit ihnen austauschen und über alles reden, ohne dass es einem peinlich sein muss. Die Gespräche und die Therapien haben mir geholfen, die Schmerzen wegzubekommen. Die Tipps und Tricks sind gut anzuwenden und haben mir in jeder Situation weitergeholfen. Alles, was ich dort gelernt habe, konnte ich auch nach der Zeit in Datteln anwenden. Es ist ganz einfach, die Schmerzen in den Griff zu bekommen, wenn man weiß wie. Und in der Klinik habe ich gelernt, wie es geht. Die „Ablenkungsspiele“ haben mir viel gebracht, sie sind einfach und machen Spaß.

Ich bin jetzt 17 Jahre alt und von meinen Schmerzen ist keine Spur mehr zu sehen. Ich habe nun Freunde, die mich so nehmen wie ich bin und die mich in allem unterstützen, wo sie nur können. Sollten ähnliche Probleme auftreten, dann kann ich mit ihnen über alles sprechen. Ich habe sehr viel Selbstbewusstsein bekommen und kann Menschen, die mich „dumm“ anmachen, einfach aus dem Weg gehen, ohne dass ich danach wieder Bauchschmerzen bekomme.

Muskeln & Gelenke

„Inzwischen denke ich gar nicht mehr an die Schmerzen, besuche die neunte Klasse auf dem Gymnasium, habe gute Noten, spiele regelmäßig Tennis und ein wenig Klavier.“

Vor ungefähr zwei Jahren wurde ich drei Wochen im Deutschen Kinderschmerzzentrum in Datteln auf der Station Leuchtturm behandelt. Inzwischen bin ich fünfzehn Jahre alt. Meine Schmerzen waren in der rechten Leiste. Es schmerzte so stark, dass ich mich oft überhaupt nicht bewegen oder gehen konnte. Vorher spielte ich im Verein Fußball und Tennis, das war drei Jahre nicht möglich.

Zur Untersuchung und Behandlung besuchte ich verschiedene Krankenhäuser, Unikliniken, war bei Orthopäden, Fachärzten, Osteopathen, Physiotherapeuten. Nichts half. Die Ärzte waren rat- und hilflos, ebenso meine Familie. Am Schulsport nahm ich drei Jahre nicht teil. Zum Glück konnte ich mich regelmäßig mit meinen Freunden treffen, aber wir unternahmen keine sportlichen Aktivitäten.

Als ich dann einen Platz in Datteln bekam, war ich zunächst sehr aufgeregt. Jedoch lebte ich mich sehr schnell in der Gruppe ein. Die Station war nicht wie ein Krankenhaus eingerichtet, alles kam mir wie ein Schullandheimaufenthalt vor. Neben der Therapie hatten wir Unterricht und Freizeit, so ging der Tag schnell vorbei. Regelmäßig durfte ich Besuch bekommen. Nach der Zeit in Datteln konnte ich wieder am Sportunterricht teilnehmen und mich bewegen.

Anfangs hatte ich noch einige Schmerzen, aber ich machte regelmäßig nach dem Sportunterricht und abends im Bett meine Übungen. Zudem steigerte ich meinen Stufenplan. Meine Familie hat nie mehr über die Schmerzen gesprochen, nur kurz, wenn die Kontrollbögen kamen. Nach einigen Wochen verschwanden die Schmerzen vollständig. Besonders haben mir die Übungen „Ruhiger Ort“, „Runterzählen“ mit schwierigen Zahlen und Rechnungen und der Stufenplan geholfen. Inzwischen denke ich gar nicht mehr an die Schmerzen, besuche die neunte Klasse auf dem Gymnasium, habe gute Noten, spiele regelmäßig Tennis und ein wenig Klavier.

„Ich weiß, wie ich mit meinen Schmerzen umgehen muss und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste.“

Ich bin 16 Jahre alt. Ich war 2008 für drei Wochen, wegen Phantomschmerzen in meinen Beinen, in der Kinderklink Datteln stationär aufgenommen. Immer wenn die Schmerzen wieder auftauchten, habe ich versucht, mich abzulenken z.B. mit Fernsehen, Internet, damals Nintendo oder anderen Dingen. Aber das hat leider nur sehr selten funktioniert. Meine Familie und auch die meisten Ärzte hatten immer Verständnis für meine Schmerzen, immerhin kannten sie meine Situation. Aber nicht alle in meiner Umgebung konnten damit umgehen, manche schienen sogar genervt, wenn sie mich fragten, wie es mir geht und ich wie so oft antwortete „Ich hab hier oder da Schmerzen“.

Meine Zeit in der Schmerztherapie empfand ich als eher anstrengend. Vielleicht lag es auch daran, dass ich gerade mal 12 Jahre alt war und mein Selbstbewusstsein noch nicht so war, wie es heute ist. Am schwersten fiel es mir, mich auf die Therapie bei meinem zuständigen Psychologen einzulassen. Ich fühlte mich in der ganzen Situation einfach nicht wohl.

Meine Schmerzen habe ich einigermaßen in den Griff bekommen, aber auch nur durch Schmerzmittel, die ich nach Bedarf nehme. Trotzdem ich immer noch oft Schmerzen habe, geht es mir den Umständen entsprechend gut. Ich weiß, wie ich mit meinen Schmerzen umgehen muss und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste, denn erst dann ist es auch für andere einfacher, damit umzugehen. Selbst solchen blöden Sprüchen wie „Dich frag‘ ich gar nicht erst, wie es dir geht. Du hast sowieso immer Schmerzen“ kann man etwas Gutes abgewinnen. Daran sieht man, wer sich wirklich dafür interessiert, wie es einem geht und nicht nur aus reiner Höflichkeit fragt und auf ein selbstverständliches „Gut!“ wartet, damit bloß keine Diskussionen entstehen.

„Ich werde nie die Augen meiner Eltern vergessen, als ich plötzlich wieder auf meinem Bein stehen und später laufen konnte.“

Mein Name ist Söhnke und ich bin mittlerweile 16 Jahre alt. Meine „Geschichte“ begann mit 14 Jahren. Eines Morgens hatte ich Schmerzen im linken Fuß. Ich konnte nicht auftreten, ich hatte schon Schmerzen, wenn man das Bein nur berührte. So lächerlich es jetzt auch klingen mag, ich konnte die Schmerzen nicht ertragen, wenn eine Bettdecke auf meinen Fuß lag, ich konnte noch nicht einmal eine Socke anziehen. Ich wusste nicht, woher die Schmerzen kamen, sie waren plötzlich da.

Auch meine Eltern waren ratlos. Es war nicht die Jahreszeit, wo mich eine Biene oder ähnliches gestochen haben könnte. Wir sind zum Kinderarzt gefahren, der hat mich untersucht und nichts gefunden. Ich konnte nicht in die Schule gehen, ich hatte nur immer Schmerzen. Meine Eltern sind mit mir von einem Arzt zum anderen gefahren, niemand hat eine Ursache gefunden. Mein Onkel ist Chefarzt in einem Krankenhaus, er hat alle Kollegen um Hilfe gebeten. Ich war zum Röntgen, zum Kernspin, in der Orthopädie, Chirurgie und Kinderklinik. Jeder sagte, mir fehlt nichts. So langsam vermutete jeder, dass ich spinne. Meine Eltern waren verzweifelt, weil sie mir nicht helfen konnten, auch, weil sie langsam Zweifel bekamen. Ich fehlte schon seit Wochen in der Schule. Meine Freunde besuchten mich immer seltener, weil mit mir ja nichts los ist. Und immer wieder Arztbesuche, immer wieder die gleichen Sprüche, wir finden nichts. Bis wir zu einem Orthopäden nach Paderborn fuhren. Ein alter Arzt mit viel Erfahrung, der meinem älteren Bruder schon vor vielen Jahren bei einer anderen Krankheit helfen konnte. Er vermutete CRPS oder Morbus Sudeck. Die Krankheit tritt oft nach einem Knochenbruch auf, und richtig, ich habe mir längere Zeit davor einmal das Bein gebrochen. Man kann es sich ungefähr so vorstellen, als ob das Bein plötzlich streikt, einfach nicht mehr arbeiten möchte. Der Arzt hat uns die Schmerztherapie bei Prof. Zernikow in Datteln empfohlen.

Krankenhaus? Schon wieder Krankenhaus? Das war etwas, was ich nun überhaupt nicht mehr wollte. Andererseits war ich froh, froh, dass mir jemand meine Schmerzen geglaubt hat und auch eine Ursache gefunden hat. Und eigentlich war ich nicht richtig im Krankenhaus. Wir waren zusammen auf einer Station, die eher wie eine große Gruppe war. Jeder hatte irgendwie seine Krankheit, aber wir haben viel zusammen gemacht, es hat Spaß gemacht, dort zu sein. Vor allem habe ich viel gelernt, Techniken, wie ich den Schmerz besiegen kann. Es gab einen Stufenplan, in dem immer höhere neue Ziele gesteckt wurden, Ziele, die mit etwas Übung immer erreichbar waren. Eltern und Freunde durften nicht so oft zu Besuch kommen. Weil wir in der Gruppe ungestört bleiben wollten und an den immer neuen Zielen arbeiten sollten. Ich werde nie die Augen meiner Eltern vergessen, als ich plötzlich wieder auf meinem Bein stehen und später laufen konnte.

Nach der Zeit in Datteln war ich noch einmal wöchentlich bei Dr. Dobe in Behandlung. Er arbeitet mit der Klinik zusammen, sprach viel mit mir und gab mir weitere Übungen für den Stufenplan. Mir ging es besser, Woche für Woche. Ich übte den Stufenplan und merkte immer bessere Erfolge.

Schon lange habe ich überhaupt keine Schmerzen mehr, nehme am Schulsport teil, spiele in meiner Freizeit mit Freunden Fußball und mach alles mit, was meine Freunde auch machen.

Und Schule? Ich habe durch die langen Fehlzeiten ein Jahr verpasst. Na und? Ich war krank, nicht faul! Ich habe ein neues Leben begonnen, die Schule gewechselt, neue Freunde gefunden. Für sie bin ich nicht mehr der ohne Socke. Ich bin erfolgreich in der Schule, weiß schon genau, was ich nach dem Abitur machen möchte. Dank dem alten Arzt aus Paderborn und dem Team um Prof. Zernikow habe ich wieder Freude am Leben…und meine Eltern und Geschwister auch.

„Jeden Tag gab es etwas Neues zu erleben und mit jedem Tag erfuhr ich mehr, was es heißt SCHMERZFREI leben zu können. Und diese Erfahrungen und Einstellungen nahm ich mit!“

Ich heiße Anne und bin 17 Jahre alt. Im Sommer 2010 habe ich in Datteln eine Schmerzbekämpfungstherapie gestartet. Noch heute bin ich davon überzeugt, dass das die beste Entscheidung meines Lebens war. Damals konnte ich kaum 100 Meter am Stück laufen. Ich wurde am Sprunggelenk operiert und hatte seitdem dauerhafte Schmerzen. Fast zwei Jahre bin ich mit Krücken gelaufen, habe teilweise sogar im Rollstuhl gesessen. Und ich wusste nicht mehr was ich tun sollte. Ich konnte nicht mehr schlafen, nicht mehr denken und habe eindeutig zu viele Schmerzmedikamente genommen. Ich war kurz davor, mich zu ritzen. Mir war klar, dass das nicht so weitergehen konnte. Aber egal, was ich gemacht habe: keine Physiotherapie half und – was noch viel schlimmer war – kein einziger Arzt glaubte mir! Immer wieder wurde ich als Simulantin dargestellt.

Und dann bin ich durch einen glücklichen Zufall, fast 700 km von meiner Heimatstadt entfernt, in Datteln gelandet! Ich hätte niemals gedacht, dass solche einfachen Dinge, die man dort lernt, am Ende doch so VERDAMMT gut funktionieren!!!

Die ersten Tage waren echt anstrengend. Es war ein wenig viel Action, vielleicht. Aber diese drei Wochen gingen viel zu schnell zu Ende. Ich hätte dort einziehen können. Jeden Tag gab es etwas Neues zu erleben und mit jedem Tag erfuhr ich mehr, was es heißt SCHMERZFREI leben zu können. Und diese Erfahrungen und Einstellungen nahm ich mit!

Letztendlich ist es ein einfaches Geheimrezept:

Goethe hat einmal gesagt: „Halte immer an der Gegenwart fest. Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.“ Genau das musst Du Dir immer vor Augen halten. Stell Dir vor, dass Du jeden einzelnen Augenblick genießen kannst. Und dass all das Glück, das Du empfindest, von nichts gestört werden kann! Du bist der Chef! Und Deine Schmerzen, wie stark sie auch sein wollen, haben Dir nichts zu befehlen! Denke an die kleinen Dinge, die am Ende den Tag perfektionieren. Ein Beispiel: Wenn ich Null Punkte in einer Mathe-Klausur habe, wäre das eigentlich ein Grund zum Weinen. Aber wenn ich das ausblende und daran denke, dass ich heute Morgen einen wundervollen Kaffee getrunken habe, dass meine Freundin mich geküsst hat, dass auf dem Weg zur Schule mein Lieblingslied im Radio lief und dass ich heute schon köstlichst gelacht habe … ist alles andere nicht schlimm!

Nichts anderes ist es mit Schmerzen. Sie sind nicht Dein Diktator, sie haben nicht das Recht, Dir zu sagen, was Du machen darfst und was nicht!!!

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass ich Rheuma habe. Ich musste ein weiteres Mal operiert werden, diesmal an der Achillessehne. Und ohne die Schmerzbekämpfungstherapie könnte ich heute noch nicht richtig laufen. Es tat oft weh, aber nie lange. Ich habe meine Weise gefunden. All das, was ihr in Datteln lernen könnt, ist der Grundstein für eine schmerzfreie Zukunft, aber man muss das weiterführen.

Ich lebe inzwischen schmerzfrei. Ich bin jung, frei, ungebunden. Ich LEBE wieder!!

Alles, was mich daran gehindert hat, und jeden, der mich daran hindern wollte, habe ich aus dem Weg geräumt. Es war ein steiniger Weg, aber es hat sich gelohnt.

„Datteln war für mich die Rettung.“

Ich bin 17 Jahre alt und habe Berührungsschmerzen. Also, sobald ich angefasst werde, habe ich Schmerzen. Es ist wie ein Zerreißen der Haut, als würde jemand mit einem Messer langsam die Stelle entlanggehen. Ich dachte zunächst, ich wäre anders und seltsam. Ich war bei verschiedenen Ärzten und alle haben mich angeguckt, als wäre ich verrückt. Niemand hat je eine Diagnose stellen können.

Meine Familie hat sich anfangs, genau wie meine Freunde, darüber lustig gemacht aus einfacher Unwissenheit. Ich bin mir sicher, dass die Ärzte dachten, ich wäre paranoid und bilde mir das alles ein. Datteln war für mich persönlich die schönste Zeit seit Langem. Ich habe mich nicht als etwas Sonderbares oder Komisches gefühlt, denn in Datteln sind wir alle gleich gewesen. Jeder aus einem anderen Grund, aber wir hatten alle dasselbe Problem. Ich habe vor allem ein Mädchen dort kennengelernt, mit dem ich bis jetzt noch Kontakt habe und wir verstehen uns blind! Datteln war für mich die Rettung. Ich bin froh, dass ich den zunächst so schweren Schritt getan habe, denn ohne Frau Hartmann, meine Psychologin, und die durchaus lieben Betreuer und Schwestern würde ich heute nicht mal mehr ein T-Shirt anziehen können!

Meine Schmerzen werden nie ganz weggehen, aber sie gehören zu mir, das bin ich. Ich habe sie aber weitestgehend in den Griff bekommen und bin froh, in heiklen Situationen die Anwendungen, also die Therapien, anwenden zu können.

Mir hat geholfen, dass ich nie alleine war, dass Heulstunden in den Zimmern ,verboten‘ waren und alle um mich dasselbe Problem hatten. Vor allem durch die Hilfe von Frau Hartmann bin ich nun eine viel stärkere Persönlichkeit geworden und habe mich ganz schön verändert, sagt zumindest meine Familie. ,Kuschelstunden‘ sind nun auch von mir gewünscht!

„Wenn die Schmerzen heute wieder auftreten, kann ich mit dem Gelerntem (Sicherer Ort) aus der Klinik die Schmerzen lindern oder ganz vergessen.“

Ich heiße Felina und bin mittlerweile 18 Jahre alt. Ich war 2012 im Juli mit 17 Jahren in der Schmerzklinik. In die Schmerzklinik bin ich gegangen, weil ich insgesamt 1 ½ Jahre in den Fingergelenken der rechten Hand die Hauptschmerzen hatte. Bevor ich mich zu dieser Schmerztherapie entschlossen habe, bin ich von einer Klinik zur anderen gefahren. Ich habe Schmerzkatheter bekommen, Schmerzpflaster oder ich habe viele neurologische Untersuchungen durchführen lassen. Doch nie hatte man mit irgendeiner Untersuchung Erfolg. Und so hatte ich irgendwann keine Lust mehr zu Ärzten zu gehen, weil ich Angst hatte, wieder enttäuscht zu werden.

Daher wollte ich auch erst nicht in die Schmerzklinik gehen. Doch dann hat mich meine Mama dazu überredet, einen Termin zu vereinbaren. Und das war auch gut so, denn es hat geholfen. Als ich dann stationär in der Schmerzklinik aufgenommen wurde, wollte oder konnte ich mich die erste Woche nicht auf die Therapie einlassen, sodass ich mich nur in mein Zimmer zurückgezogen habe. Dann sagte mir meine Psychologin, dass sie nicht weiß, ob ich nicht lieber in 6 Wochen noch mal wiederkommen sollte, weil dieser Zeitpunkt vielleicht nicht der Richtige für mich ist. Nach diesem Vorschlag wollte ich ihr aber beweisen, dass ich die Therapie gut mitmachen und dabei erfolgreich sein kann. Also habe ich ab da mehr Zeit mit den Mitpatienten verbracht. Wir hatten viel Spaß zusammen. Ich dachte in den drei Wochen, dass die Therapie keinen Sinn macht, da ich immer wieder noch sehr starke Schmerzen hatte. Doch sobald ich zu Hause war, waren die Schmerzen ganz weg.

Wenn die Schmerzen heute wieder auftreten, kann ich mit dem Gelerntem (Sicherer Ort) aus der Klinik die Schmerzen lindern oder ganz vergessen. Wenn ich mal meine Hauptschmerzen bemerke, ziehe ich mich kurz in mein Zimmer zurück und führe den „Sicheren Ort“ durch. Danach geht es mir schon viel besser und ich kann wieder mit Gleichaltrigen zusammen Spaß haben. Ich kann jedem diese Klinik empfehlen. Es lohnt sich.

Also an alle, die auch solche oder ähnliche Schmerzen haben, überwindet euch und macht in der Schmerzklinik einen Termin. Es kann sich echt viel in eurem Leben zum Positiven verändern.

Ein Anruf genügt

Wenn Dein Arzt/ Deine Ärztin denkt, dass Du Dich mit Deinen Kopfschmerzen im Deutschen Kinderschmerzzentrum vorstellen solltest, vereinbare mit Deinen Eltern zusammen gerne einen Termin unter der Telefonnummer 02363 – 975 180. Wir sind gerne für Dich da!

Hier erfährst Du mehr:

Für Patient:innen:

Wie läuft das eigentlich im Deutschen Kinderschmerzzentrum? Was muss man mitbringen, wie gestaltet sich der erste Termin? Hier erfährst Du alles Wichtige.

Für Fachleute:

Zur professionellen Beurteilung chronischer Schmerzen haben wir spezielle Schmerz-Fragebögen und Diagnostikinstrumente sowie Schmerz-Tagebücher entwickelt.

Für Eltern:

Sie als Eltern haben viele Fragen, wenn es um eine stationäre Behandlung für Ihr Kind geht. Das verstehen wir gut und haben deshalb die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

„Als ich dann nach Datteln gehen konnte, lernte ich Schmerzen von einer anderen Seite kennen. Es gab Menschen, die sich mit der Krankheit und meinen Problemen auskannten und mir helfen wollten und konnten.“

14-jährige Patientin