Forschung: Feedback-Funktionen in der Schmerz-App
11. September 2026
Chronische, zum Teil schwer beeinträchtigende Schmerzen stellen bei Kindern und Jugendlichen ein häufiges Gesundheitsproblem dar. Für sie ist eine intensive und kurze Schmerztherapie mit medizinischen und psychosozialen Behandlungselementen derzeit die Therapie der Wahl. Während des stationären Aufenthalts erlernen Betroffene Strategien im Umgang mit den Schmerzen. Eltern werden als wichtige Komponente des sozialen Umfelds in die Schmerztherapie eingebunden. Nach der Entlassung müssen Kinder und Eltern das Erlernte eigenständig im Alltag anwenden, doch ist ein dauerhafter Behandlungserfolg aufgrund fehlender regelmäßiger Rückmeldungen oft gefährdet.
Hier setzte das Projekt Feed-bApp an: Eine von den Forschenden entwickelte App („MyBrainCity“) unterstützte Kinder und ihre Eltern über verschieden intensive Feedback-Funktionen bei der Schmerzbewältigung im Alltag. Die App war jederzeit und ortsunabhängig nutzbar und griff die digitale Affinität vor allem der jüngeren Zielgruppen auf. Die Forschenden führten eine multizentrische, randomisierte Wirksamkeitsstudie mit 400 Patientinnen und Patienten bis 18 Jahren sowie deren Eltern durch, um unterschiedliche Feedback-Intensitäten in Bezug auf die schmerzbezogene Beeinträchtigung und Therapiezufriedenheit analysieren zu können. Außerdem wurde untersucht, wie sich die App auf das Verhältnis zwischen Versorgenden, Patientinnen und Patienten und deren Eltern auswirkte und ob die App zu einer Kostenreduzierung beitragen konnte.
Zu den Ergebnissen: Die Studie untersuchte, welche Art der Rückmeldung durch die MyBrainCity-Schmerz-App Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen, die die stationäre Schmerztherapie durchlaufen, am besten helfen kann. Sie erhielten verschiedene Unterstützungsformen über die App, von einfachen Nutzungsstatistiken bis hin zu persönlichem Kontakt mit Psycholog:innen. Dabei zeigte sich: Jugendliche, die über die App direkten Kontakt zu Psycholog:innen hatten (auf Anfrage oder regelmäßig durch Psycholog:innen initiiert), verbesserten sich stärker in ihrer funktionellen Beeinträchtigung. Besonders die Gruppe mit regelmäßiger Kontaktaufnahme durch Psycholog:innen zeigte zusätzlich weniger Symptome von Angst und Depression. Teilnehmende, die eine erweiterte automatische Rückmeldung (Nutzungsstatistik und Push-Benachrichtigungen) bekamen, berichteten eine leichte Verringerung der Schmerzintensität. Insgesamt deutet die Studie darauf hin, dass solche Apps am wirksamsten sind, wenn sie persönliche, individuelle Unterstützung durch Fachpersonen bieten.

